Kostner Josef

Josef Kostner (1933–2017)

Josef Kostner stammte aus St. Ulrich in Gröden und war eine der charismatischsten und unkonventionellsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen ladinischen Kultur. Als vielseitiger Künstler wirkte er als Bildhauer, Zeichner, Dichter und Forscher und zeichnete sich durch einen radikalen, kompromisslosen Ansatz aus.

Die künstlerische Revolution

Ausgebildet an den Kunstschulen des Grödner Tales, rebellierte Kostner schon früh gegen die lokale Tradition der Holzschnitzerei, die er als zu stark an den Markt und das sakrale Kunsthandwerk gebunden betrachtete. In den 1950er Jahren gehörte er zu den Mitbegründern der Gruppe Ruscel, mit dem Ziel, die alpine Kunstsprache zu erneuern. Seine künstlerische Reife war geprägt von der Verwendung von Beton – ein Material, mit dem er hohlwangige und gequälte menschliche Figuren schuf, die die Angst, den Schmerz und die Würde der modernen Existenz zum Ausdruck bringen.

Die Bindung zu Land und Sprache

Kostner war nicht nur ein visueller Erneuerer, sondern auch eine tragende Säule der ladinischen Literatur. Seine Gedichte sind bekannt für ihre Direktheit und ihre Fähigkeit, die Gier der modernen Welt anzuprangern, die die Wurzeln seiner Gemeinschaft bedrohte. Parallel dazu leistete er monumentale Arbeit bei der Aufarbeitung der

Toponamstik

Durch Interviews mit Hirten und Bauern rettete er die historischen Flurnamen des Grödner Tales vor dem Vergessen und veröffentlichte Karten, die heute als grundlegende Dokumente gelten.

Das Erbe

Als Lehrer, der zwanzig Jahre lang an den Kunstschulen von Wolkenstein und St. Ulrich unterrichtete, beeinflusste er Generationen von Künstlern. Sein Leben war ein ständiger Akt des kulturellen Widerstands: Er verteidigte die Natur und die ladinische Sprache gegen die radikalen Veränderungen des Tourismus und wurde so zum Symbol für eine Kunst, die in erster Linie ziviles und moralisches Engagement bedeutet.


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